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Rechtsanwalt
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Erbrecht Südafrika Die Nachlassabwicklung in Südafrika, Namibia und Zimababwe folgt grundsätzlich dem im anglo-amerikanischen Raum gebräuchlichen „probate“ Verfahren. Für die Verwaltung und Verteilung des Nachlasses muss deshalb ein Treuhänder bestellt werden, und anders als in Deutschland haben die Erben kein unmittelbares Verfügungsrecht über den Nachlass. Da die oben genannten Länder aber zu den von der Holländischen Ostindien Kompanie verwalteten Territorien gehörten, weisen die Regelungen zum Nachlassverfahren einige historisch bedingte Besonderheiten im Vergleich zum anglo-amerikanischen Rechtskreis auf. So werden durch die Zwischenschaltung staatlicher Instanzen sowie die Öffentlichkeit des Verfahrens die Rechtspositionen von Nachlassgläubiger und der Witwen besonders geschützt. Zentrale Stelle der Nachlassabwicklung ist der Master of the High Court, der in den verschiedenen Regionen die Aufgaben des „probate“-courts übernimmt (Kapstadt, Grahamstown, Kimberley, Bloemfonein, Tshwane, Pietermaritzburg). Innerhalb von 14 Tagen nach dem Todesfall sollen die Personen, welche dem Verstorbenen am nächsten standen, bei seinem Büro eine Todesmitteilung (death notice) einreichen, welche Angaben zu folgenden Punkten enthalten soll:
Nur nach der Abgabe dieser Mitteilung erhält der testamentarisch benannte Testamentsvollstrecker (executor) ein Testamentsvollstreckerzeugnis, das ihn berechtigt, bei den Banken vorstellig zu werden und für den Nachlass zu agieren. Soweit kein Testament vorhanden ist oder darin keine Testamentsvollstrecker benannt sind, wird der Master eine Anhörung mit den interessierten Parteien anberaumen, in welcher über die Ernennung eines Nachlasspflegers (Executor Dative) entschieden wird. Soweit kein Kind, der Ehegatte oder ein Elternteil des Verstorbenen als Nachlasspfleger eingesetzt wird, muss dieser für die Dauer seiner Amtszeit in Höhe des Nachlasswerts Sicherheit leisten. Dies erfolgt gewöhnlich durch den Abschluss einer Versicherung (fidelity insurance). Der testamentarisch oder staatlich bestellte
Nachlassverwalter hat ein ausführliches Nachlassinventar zu errichten und in den Zeitungen
die Gläubiger dazu aufzurufen, dass sie ihre Forderungen gegen den
Nachlass geltend machen. Nach der Begleichung der Schulden und Auszahlung
der Vermächtnisse hat der Nachlassverwalter/ Testamentsvollstrecker
anschließend seinen Rechenschaftsbericht drei Wochen in der Gegend,
in welcher der Verstorbene seinen Wohnsitz hatte, öffentlich auslegen
zu lassen. Danach gilt die Amtsführung als akzeptiert, und der Treuhänder übermittelt
seinen Rechenschaftsbericht zum Master of the High Court, wo er zur Akte
genommen wird. Die Akten sind dort öffentlich zugänglich.
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